|
|
| |
|
|
BUCHTIPPS
»In Zeiten des abnehmenden Lichts« von Eugen Ruge
Rowohlt Verlag, 426 S.
Erzählt wird in diesem Roman die Geschichte der DDR und ihr allmählicher Untergang anhand von vier Generationen einer ostdeutschen Familie.
Der 1. Oktober 1989 ist der Fixpunkt, die Klammer, der das Buch zusammenhält und der auf jeweils individuelle Weise von allen Familienmitgliedern erlebt wird. Es ist zudem der Geburtstag des Familienoberhauptes Wilhelm, eines überzeugten Kommunisten.
Die Tatsache, dass der Leser immer Distanz zu den Figuren behält, mag von den ständigen Zeitsprüngen herrühren. Oder aber daher, dass der Autor jede Person präzise beobachtet und nüchtern beschreibt, um ihr Gerechtigkeit widerfahren zu lassen. Vielleicht wirkt das zuweilen etwas mühsam, zumal der Autor, der hier teilweise seine eigene Familiengeschichte aufarbeitet, dem System ablehnend gegenüber stand.
Das Verdienst Ruges, die jüngste Vergangenheit Ostdeutschlands literarisch aufgearbeitet zu haben, wurde durch den deutschen Buchpreis 2011 und anderer Preise belohnt.
»Anton taucht ab« von Milena Baisch (Text) und Elke Kusche (Illustration)
Beltz & Gelberg, 9,95 €
Womit kann man trübe Herbsttage am besten aufhellen? Mit einer turbulenten Sommergeschichte! Anton fährt mit seinen Großeltern und einem Wohnwagen in den Sommerferien in den Urlaub. Schon das entspricht nicht seinen Vorstellungen von einem Traumurlaub. Aber als es dann noch nicht mal einen Swimmingpool auf dem Campingplatz gibt, ist seine Enttäuschung kaum noch zu überbieten. In den meisten Chatrooms im World Wide Web fühlt sich Starflashman Anton zu Hause, aber doch nicht in einem ekligen See, in dem es von Schlamm, Schlingpflanzen und glipschigen Fischen nur so wimmelt? Und dann verlangen seine Großeltern auch noch, dass er sich richtige Freunde sucht. „Hallo, geht`s noch?“ – Antons Stimmung bessert sich erst dann, als er in dem Fisch Piranha so etwas wie einen Freund findet.
Ein witzig-schräges (Vor)Lesebuch für Jungs ab 7 Jahren. Zum Selberlesen ab 9 Jahren.
»Pippilothek??? Eine Bibliothek wirkt Wunder« von Lorenz Pauli und Kathrin Schärer
atlantis, 14,90 €
»Was ist eine Pippilothek?« , fragt der Fuchs die Maus in dem gleichnamigen Bilderbuch. Eine Bibliothek ist »ein Ort mit vielen Büchern, mit Büchern zum Ausleihen. Und Bücher braucht's, um etwas zu erleben. Um etwas zu lernen. Um auf andere Ideen zu kommen.« So antwortet die Maus.
Ein auch von den eindrucksvollen Illustrationen her sehr ansprechendes Bilderbuch ist dem Schweizer Autorenduo hier gelungen. Die Geschichte, die nachts in einer Bibliothek spielt, vermittelt auf ganz anschauliche Weise, wieso Lesen und Bücher überlebensnotwendig sind. Nur weil der Fuchs nicht lesen kann, glaubt er dem Huhn, dass Hühnerknochen zu spitz und damit zu gefährlich für ihn sind, und verzichtet so lieber auf eine vermeintlich leckere Mahlzeit. Da das Huhn nicht lesen kann, wird es also vom Fuchs nicht gefressen und erfährt zudem, was der Bauer demnächst kochen will, der sich das Buch mit dem Titel »1 Huhn - 100 Rezepte« ausleiht.
Ab 5 Jahren.
|
|